Wie es zur Gründung der BIN e.V. kam *
Von Bernd Hantschick zusammengetragen nach Gesprächen mit Andreas Gürtler, Michael Höfer von Seelen, Thomas Kammeyer, Christian Lammers, Bernd Lüttge, Stefan Meyer und Jens Winnig
Seit 1994 gab es lockere Treffen von Straßenbahnfreunden, bei denen allgemeine Themen rund um die Straßenbahn in Braunschweig behandelt wurden. Da im Vorjahr die 95er bestellt worden waren, machte man sich Gedanken, was aus den 62ern und 69ern werden würde. Die 95er wurden mit öffentlichen Mitteln gefördert und eine Grundlage für die Förderung war die Ausmusterung der alten Fahrzeuge. Ziel der Gruppe war die Erhaltung zumindest eines 62ers und eines 69ers als historische Fahrzeuge. Wie es weiterging finden Sie im Artikel „Highlights aus der Vereinsgeschichte“, Seite 61.
Parallel dazu ging auch von der damaligen Braunschweiger Verkehrs-AG eine Initiative zur Vereinsgründung aus. Bereits im Jahr 1992 hatte die Braunschweiger Verkehrs-AG den späteren historischen Triebwagen 103 aus dem heutigen Hannoverschen Straßenbahn-Museum in Wehmingen nach Braunschweig geholt (BIN-Info 1/1998 und 4/2000). Das Jubiläum „100 Jahre Braunschweiger Straßenbahn“ im Jahr 1997 stand bevor und es gab Überlegungen, einen Förderverein in die Finanzierung der Aufarbeitung einzubeziehen, was sich allerdings später zerschlagen hat.
Die treibende Kraft seitens der Braunschweiger Verkehrs-AG war Dr. Engelbert Linnenberg („Doc Li“, „ein ganz feiner Mann“), der damalige Betriebsleiter. Er stellte über die Mitarbeiter der Braunschweiger Verkehrs-AG, die an den Treffen der Straßenbahnfreunde teilnahmen, den Kontakt zu der Gruppe her und forcierte eine Vereinsgründung.
Dr. Linnenberg sprach auch Dieter Höltge an, der in der Braunschweiger Verkehrs-AG bekannt war. Er war sofort Feuer und Flamme für diese Idee. Zusammen mit verschiedenen anderen Personen wurde ein Satzungsentwurf erstellt, der in einigen Treffen diskutiert wurde. Diese fanden im Nordbahnhof (Zentrum Öffentlichkeitsarbeit der „Stadtwerke Braunschweig“) statt, der lange Jahre als Treffpunkt für die Vereinsabende und weiteren Veranstaltungen der BIN diente. Inzwischen hatten sich auch einige Mitglieder des Vereins Braunschweiger Verkehrsfreunde e.V. (VBV) dazugesellt.
Längere Diskussionen gab es über den Namen des Vereins. Während viele der Gründungsmitglieder gerne die „Straßenbahn“ im Namen gehabt hätten, befürwortete Dr. Linnenberg eine Erweiterung des Fokus auch auf die Busse, was sich auch in der Satzung wiederfindet. So ist der Zweck des Vereins „die Erhaltung historischer Nahverkehrsfahrzeuge, die im Braunschweiger Netz des ÖPNV eingesetzt waren bzw. heute noch sind.“
Am 23.03.1995 fand die Gründungsversammlung im Nordbahnhof statt. Der Satzungsentwurf und der Antrag auf Eintragung der BIN in das Vereinsregister wurden einstimmig angenommen.
An dieser Versammlung nahmen teil:
Horst Winnig, Christian Lammers, Dieter Höltge, Stefan Meyer, Uwe Wöhl, Thomas Kammeyer, Jens Winnig, Michael Höfer-von Seelen, Bernd Lüttge, Dr. Engelbert Linnenberg, Andreas Gürtler
Die Eintragung ins Vereinsregister des Amtsgerichts Braunschweig erfolgte am 01.11.1995 unter VR 3786.
* Der Text wurde der Sonderausgabe der BIN-Info zum 30-jährigen Jubiläum der BIN entnommen
