Tw 41 - Baujahr 1973
Technische Daten
| Bauart: | 6-achsiger Gelenktriebwagen Typ Mannheim |
| Hersteller: | Düwag |
| Elektrische Ausrüstung: | Siemens |
| Kaufpreis: | 437.500 DM |
| Sitzplätze: | 42 |
| Stehplätze: | 136 |
| Länge: | 19000 mm |
| Breite: | 2200 mm |
| Leergewicht: | 21,76 t |
| Antriebsleistung: | 120 kW |
| Fahrzeugstatus: | im Einsatz |
| letzte Hauptuntersuchung*: | 10.12.2024 *HU ist immer 8 Jahre |
| Fahrzeugbesitzer: | BSVG Braunschweiger Verkehrs-GmbH |
Im Jahr 1973 erhielt die ein Jahr zuvor aus den Stadtwerken Braunschweig ausgegliederte Verkehrs-AG ihre ersten acht neuen Straßenbahnwagen. Im Gegensatz zu den vorherigen Neufahrzeugen wurden diese Triebwagen wieder von der Düsseldorfer Waggonfabrik (DÜWAG) gebaut und in Anlehnung an die vorherigen DÜWAG-Wagen von 1962 als Tw 36 bis 43 eingereiht. Sie entsprechen den 1970 nach Mannheim gelieferten Fahrzeugen und werden deshalb auch als „Mannheimer“ bezeichnet.
Mit dieser Baureihe wurde bei der Braunschweiger Verkehrs-AG auch eine neue Lackierung in Türkis mit dicker, inkafarbener Bauchbinde umgesetzt. Dieses Farbschema setzte sich allerdings nicht durch und wurde außer bei diesen Fahrzeugen nur bei den Bussen aus dem selben Jahr sowie einzelnen Trieb- und Beiwagen der 62er-Umbau- und 57er-Serien umgesetzt. Bereits 1974 wurden die Neufahrzeuge in Orange-Weiß ausgeliefert. Diese Farbgebung prägte die Löwenstadt dann weit über 30 Jahre.
Im Jahr 1974 wurden sechs passende Großraumbeiwagen geliefert, denen im Jahr 1975 noch sechs Triebwagen sowie im Jahr 1977 zwölf Trieb- und sechs Beiwagen folgten, wobei die 1977 ausgelieferten Fahrzeuge von Linke-Hofmann-Busch gebaut worden sind. Mit ihren somit insgesamt 26 Trieb- und 12 Beiwagen hat diese Baureihe von 1973 bis 2025 über 50 Jahre lang das Stadtbild Braunschweigs nachhaltig geprägt.
Die Tw 36 bis 43 und die Bw 211 bis 216 von 1974 wurden im Jahr 1975 gemäß dem neuen Wagennummernschema in Tw 7351 bis 7358 bzw. Bw 7471 bis 7476 umnummeriert. Die später ausgelieferten Fahrzeuge erhielten von Beginn an die neuen Wagennummern.
Zu Beginn wurden die 73er Triebwagen sowohl mit 57er, 74er und 77er Beiwagen behängt, aufgrund ihrer im Vergleich zu den 75er und 77er Triebwagen geringeren Leistung fuhren die 73er ab Ende der 80er Jahre in der Regel ohne Beiwagen. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts wurde u.a. die Messe-Linie 10 das Stammeinsatzgebiet dieser Fahrzeuge.
Mit der Lieferung der 07er Niederflurstraßenbahn wurden die 73er sowie einzelne 75er und 77er Triebwagen im Jahr 2007 abgestellt. Schon im Jahr zuvor entschied sich die BIN für den Erhalt eines 73ers und wählte dafür zusammen mit der Verkehrs-AG den Tw 7356.
Mit Hilfe der Lack- und Scheibenspenden der Firmen Glasurit/BASF Coatings und Scheiben-Doktor, dem Werkstattteam der Verkehrs-AG, die in ihrer Freizeit die originale Lackierung in Türkis-Inka aufgetragen haben und natürlich auch dank der ehrenamtlichen Mitglieder der BIN, die in knapp 1000 Arbeitsstunden Scheinwerfer, Türtaster, Entwerter und „Wagen hält“-Anzeiger wieder in den Ursprungszustand zurück versetzt haben, zeigt sich der Tw 7356 seit dem 7. Juli 2008 wieder als Tw 41 wie frisch aus dem Werk.
Leider lief bei dem Fahrzeug ungefähr zeitgleich die Hauptuntersuchung ab, weswegen er trotz Restaurierung lange Zeit abgestellt war. Durch das Engagement insbesondere der jüngeren Mitglieder kam im Jahr 2023 der Gedanke auf, den Tw 41 wieder zum Leben zu erwecken. Nach einer gründlichen Reinigung im Innenraum wurde durch die BSVG eine Hauptuntersuchung durchgeführt, die am 10. November 2024 erfolgreich abgeschlossen wurde. Seit dem Ersteinsatz am 15. März 2025 beim Einrollen zur Jahreshauptversammlung steht der Tw 41 nun für Sonderfahrten zur Verfügung. In Zukunft soll er – wie in den 70er Jahren üblich – sowohl mit dem Bw 201 von 1957 als auch mit dem als Museumswagen vorgesehenen Bw 7772 eingesetzt werden.
